Bonus oder Belastung? Was es als kinderlose Frau bedeutet, einen Partner mit Kindern zu lieben.

Über Bonuskinder, Vaterwunden und das Leben nach dem Kinderwunsch – ein Gespräch mit Jemma

von Katharina | Podcast: Alles da, nur Ella nicht – (Über)leben ohne Kind 

KATHARINA

Es gibt Gespräche, die lassen einen nicht los. Dieses hier ist eines davon. 

Jemma war schon einmal zu Gast in meinem Podcast – damals erzählte sie von ihrem Kinderwunschweg, von fünf Jahren Versuchen, von Behandlungen, die nicht fruchteten, von einer Ehe, die sich langsam veränderte, und schließlich von dem Mut, ein Leben loszulassen, das sich nicht mehr richtig anfühlte. Diese erste Folge findest du verlinkt in den Shownotes – hör unbedingt rein, wenn du Jemmas Geschichte noch nicht kennst. 

Diesmal habe ich sie eingeladen, weil sich ihr Leben seither grundlegend gewandelt hat. Jemma lebt heute in Gent, Belgien, hat einen neuen Partner – und ist damit Teil einer Patchwork-Konstellation geworden, die sie selbst nie geplant hatte: Ihr Partner hat zwei Kinder, 14 und 16 Jahre alt, die im Wochenmodell zwischen zwei Haushalten pendeln. Was das bedeutet, wenn man selbst einen unerfüllten Kinderwunsch hinter sich trägt, wie alte Wunden auf einmal wieder aufbrechen können, und was es heißt, sich in einer Rolle zu finden, die man sich nicht ausgesucht hat – davon erzählt Jemma in diesem Gespräch. Ehrlich, reflektiert und mit einer Wärme, die ich sehr bewundere. 

Lehnt euch zurück. Das hier ist ein Gespräch, das sich lohnt.

KATHARINA

Schön, dass du wieder da bist. Wie geht es dir heute? 

JEMMA

Mir geht es gut – ich bin ein bisschen aufgewühlt, ein bisschen aufgeregt wegen dieser zweiten Folge. Aber auch freudig, ja. 

KATHARINA

Wunderbar. Magst du für alle, die deine erste Folge noch nicht kennen, kurz erzählen, wo du herkommst? 

JEMMA

Gerne. Ich komme aus einem unerfüllten Kinderwunsch. Mein Ex-Mann und ich haben fünf Jahre lang versucht, schwanger zu werden – zunächst ohne medizinische Unterstützung, später zwei Jahre lang in der Kinderwunschbehandlung mit Insemination, IVF und ICSI. Keine der Behandlungen hat funktioniert. Ich bin in all dieser Zeit kein einziges Mal schwanger gewesen. 

Das war eine Zeit, in der ich sehr zu kämpfen hatte – nicht nur mit dem Kinderwunsch selbst, sondern auch mit Gefühlen und alten Mustern, die dadurch wieder an die Oberfläche kamen. Meine Identität konnte ich nicht so gestalten, wie ich es mir gewünscht hatte, und das war sehr konfrontativ – für mich persönlich, aber auch für die Beziehung zu meinem Ex-Mann. Ich bin ihm bis heute sehr dankbar für die Zeit, die wir miteinander hatten. Wir konnten uns in Liebe trennen und sind bis heute befreundet. 

KATHARINA

Darf ich fragen: Hatte das Ende der Beziehung direkt mit dem Kinderwunschweg zu tun? 

JEMMA

Nicht explizit – das war nicht der ausschlaggebende Grund. Aber wir haben uns in diesen Jahren auseinandergelebt. Der Kinderwunsch stand so stark im Fokus, dass wir uns als Paar aus dem Blick verloren haben. 

Den Wendepunkt gab es für mich auf einer Reise, die ich allein gemacht habe. Sie hat mir gezeigt, dass das, was ich mir tief in meinem Herzen wünschte, möglich und lebbar ist. Ich wollte nicht mehr dort bleiben, wo ich war – nicht in dem Haus, nicht in der Stadt, nicht in dem Job. Ich brauchte Distanz und den Raum, um herauszufinden, wer ich wirklich bin, losgelöst von allem, was ich mir zurechtgelegt hatte. 

Und dann kam noch die Ausstellung – sie hat vieles in mir gelöst, was ich nicht mehr tragen wollte. 

KATHARINA

Magst du kurz über die Ausstellung erzählen? Ich durfte sie selbst sehen – ich glaube, es war der letzte Abend, und wir sind uns weinend in die Arme gefallen. 

JEMMA

Ja! Ich erinnere mich sehr gut an diesen Moment – ich habe so geheult. (lacht) 

Die Ausstellung heißt Manushya – das ist Sanskrit und bedeutet so viel wie „Menschsein“ oder „Menschlichsein“. Es ist ein Fotoprojekt zum Thema unerfüllter Kinderwunsch, das ich gemeinsam mit meiner Stiefschwester erarbeitet habe. Wir haben - witzigerweise – etwas mehr als neun Monate daran gearbeitet, was uns rückblickend sehr amüsiert hat. 

Wir hatten 16 Werke, dazu Audiodateien, in denen ich aus meinem Kinderwunsch-Tagebuch vorlese. Das Projekt greift verschiedene Momente aus meiner Geschichte auf und stellt Fragen, die sich nicht nur auf den Kinderwunsch beziehen, sondern auf das Menschsein insgesamt. 

Was mich am meisten bewegt hat: die Öffnung, die dadurch entstanden ist. Ich hatte mich in dieser Zeit so isoliert und einsam gefühlt – und dann zu sehen, wie viele Menschen, Frauen wie Männer, sich berühren ließen, wie viele wunderbare Gespräche entstanden. Das hat mich wirklich aus dieser Isolation herausgeholt. 

Die Ausstellung Manushya ist online zu erleben: manushya - Tür in eine Welt ungewollter Kinderlosigkeit — Welcome ♥

KATHARINA

Du lebst jetzt in Gent mit einem neuen Partner, der zwei Kinder hat. Was ging in dir vor, als du erfahren hast, dass er Vater ist? 

JEMMA

Im ersten Moment ehrlich gesagt – gar nichts. Ich hatte zu dem Zeitpunkt überhaupt keine Gedanken an eine Beziehung verschwendet. Und als das Interesse dann doch erwachte, war es für mich kein Hindernis. Dabei hatte ich eigentlich immer gesagt: Ein Mann mit Kindern – nein, danke. Das stand auf der Liste ganz unten, dort, wo die roten Einträge stehen. (lacht) Aber in diesem Moment habe ich mir keine Fragen gestellt. Das war einfach so. 

KATHARINA

Wann hast du dann gemerkt, dass diese Situation doch etwas in dir bewegt? 

JEMMA

Das war etwa einen Monat nach meinem Einzug. Wir waren alle krank zu Hause – Grippe, Erkältung, alle durcheinander. Und in diesem Moment sah ich, wie mein Partner mit seinen Kindern umging. Diese Fürsorge, dieses Kümmern. Und in mir kam das Gefühl auf: So kann Vaterschaft aussehen. Das hätte ich mir auch gewünscht – für mich selbst, in meiner eigenen Kindheit. 

Das war das erste Mal, dass ich wirklich hart mit meinen eigenen Verletzungen konfrontiert wurde. Nicht mit dem Kinderwunsch - sondern mit meiner Vaterwunde. Das war ein sehr, sehr großes Einfallstor. 

KATHARINA

Hast du das mit deinem Partner geteilt? 

JEMMA

Zunächst habe ich es mit mir ausgemacht, bis mir klar war, worum es konkret geht. Ich habe sicher auch herumgebockt in der Zeit. (lacht) Aber als mir bewusst wurde, was dahintersteckt, habe ich das Gespräch gesucht – weil mir das wichtig ist. Wir leben mit den Kindern zusammen, und das bringt Reaktionen und Verhaltensweisen zutage, die wir als Paar ohne Kinder so nicht hätten. Wenn der andere im Dunkeln tappt und nicht weiß, worum es geht, ist das für beide unangenehm und unsicher. Kommunikation war von Anfang an ein Kernpunkt unserer Beziehung – also musste ich damit auch raus. 

KATHARINA

Wie haben die Kinder dich aufgenommen? Die beiden sind jetzt 14 und 16 - da ist eine Mutterrolle ja wahrscheinlich weder erwartet noch gewünscht. 

JEMMA

Das habe ich sehr früh mit meinem Partner besprochen und mir auch selbst klargemacht: Ich bin keine Bonusmama, keine Stiefmama, kein Mama-Plus. Die beiden haben ihre Mutter, und das ist gut so. Meine Rolle ist: Ich bin die Partnerin meines Partners. Ich unterstütze ihn und die Kinder im Alltag, soweit ich gebraucht werde –aber meine Funktion ist klar definiert. Das war mir wichtig, um meine Position für mich selbst zu halten. 

Das erste Kennenlernen war aufgeregt – ich war nervöser, als ich gedacht hatte. Wir haben es so gestaltet, dass ich abends vorbeikam, als alle zu Hause waren, in ihrem eigenen Zuhause, in ihrem Safe Space. Ich war der Besuch. Das fühlte sich für uns alle stimmig an. 

Inzwischen – nach fast anderthalb Jahren – sind beide Beziehungen sehr einzigartig, jede auf ihre eigene Weise. Mit dem Mädchen komme ich leichter ins Gespräch, es gibt mehr Anknüpfungspunkte. Aber ich erlebe bei beiden, wie die Beziehung atmet: mal ist es näher, mal ist es weiter – und das hat nicht immer einen greifbaren Grund. Menschen bewegen sich aufeinander zu und wieder voneinander weg, das ist einfach so. Bei Teenagern ist diese Nähe-Distanz-Dynamik noch einmal besonders ausgeprägt – das gehört zu dieser Lebensphase dazu. Ich versuche, das anzunehmen und nicht zu bewerten. Und ich nehme aus jedem Tag etwas mit, egal wie er war. Das ist unglaublich bereichernd – auf eine Art, die ich vorher nicht kannte. 

KATHARINA

Das klingt wunderschön. Wie ist das für euch, diese Woche-an-Woche-Dynamik? Die Woche mit Kindern, die Woche ohne? 

JEMMA

Für den Switch brauche ich immer etwas Zeit – ich glaube, wir alle. Es war anfangs besonders herausfordernd, weil ich meinen Partner ja zunächst als einzelne Person kennengelernt habe. Ihn dann in seiner Vaterrolle zu erleben, war nochmal eine ganz eigene, spannende Erfahrung. 

Was mir schwergefallen ist – und das war ein sehr langer Prozess –: Ich habe mir anfangs nicht zugestanden, wie herausfordernd diese Situation für mich ist. Ich dachte: Du hast dich dafür entschieden, also muss es jetzt auch gut sein. Du musst am Start sein. Aber ich hatte schlicht keine Erfahrung mit Beziehungen, in denen Kinder da sind. Ich kannte nur die exklusive Zweisamkeit zwischen zwei Menschen. 

Hier verteilen sich Aufmerksamkeit, Energie und Ressourcen auf mehrere Menschen. Das klingt selbstverständlich – aber unbewusst war es das für mich nicht. Ich bin in Situationen wütend geworden, verletzt oder traurig, ohne genau benennen zu können, warum. Bis ich gemerkt habe: Das hat gar nichts mit den Kindern zu tun. Das hat mit mir zu tun. Mit dem Thema, nicht gesehen zu werden. Nicht gehört zu werden. Mit dem Gefühl, dass andere Bedürfnisse wichtiger sind als meine. 

KATHARINA

Wie hat dein Partner reagiert, als du das angesprochen hast? 

JEMMA

Es war dennoch schwierig. Denn natürlich kommt auf der anderen Seite der Gedanke: Ich kann nicht alle Bedürfnisse erfüllen. Ich enttäusche jemanden. Das löst eine eigene Dynamik aus. Darüber zu sprechen hilft – aber es löst den Schmerz nicht sofort. Du weißt, worum es geht, und trotzdem hält dich das Wissen nicht davon ab, dich verletzt zu fühlen. 

Der wirklich schwierige Teil war für mich, eine Kommunikationsweise zu finden, die ehrlich ist – aber nicht den Eindruck vermittelt, dass die Schuld beim anderen liegt. Das ist ein Balanceakt, der sehr viel Übung verlangt hat und immer noch verlangt. 

KATHARINA

Gab es einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist? 

JEMMA

Ja, einen ganz bestimmten. Ich war morgens aus dem Haus gegangen, ohne etwas zu sagen - weil mich etwas verletzt hatte. Im Laufe des Tages habe ich darüber nachgedacht und mir dann gesagt: Das ist nicht fair den Kindern gegenüber. Die haben damit nichts zu tun. 

Also bin ich nachmittags zurückgekommen und habe mich bei den Kindern entschuldigt. Ich habe gesagt: Es tut mir leid, dass ich heute Morgen gegangen bin, ohne etwas zu sagen. Mir geht es gerade nicht gut. Ich habe etwas, das mich verletzt hat, und ich möchte mich jetzt darum kümmern. Und ich möchte, dass du weißt, dass es nichts mit dir zu tun hat. 

Daraufhin sagte die Tochter meines Partners: „Ach, deswegen war Papa heute schlecht drauf.“ Ich habe gedacht: Wenn ich das nicht gesagt hätte, hätte sie gedacht, es liegt an ihr. Dieser Moment hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, nicht nur sich selbst zuzugestehen, wie es einem geht – sondern es auch auszusprechen. 

Und dann, on top, hat sie gesagt, dass sie ganz gut streiten kann. Und ich habe ihr erzählt, dass ich das nicht gelernt habe, dass Streit für mich Gefahr bedeutet. Woraufhin wir Streiten geübt haben – wie ein kleines Improtheater. (lacht) 

Das war eine der schönsten Erfahrungen. Was entstehen kann, wenn man sich selbst mitteilt und der anderen Person offen gegenübersteht – das ist unglaublich. 

KATHARINA

Wie gehst du mit Teenagerlaune um? Die haben ja ihren eigenen Kosmos. 

JEMMA

Das ist wirklich tagesformabhängig. Es gibt Tage, an denen ich ganz klar und gelassen bin, an denen ich rational greife: Das sind Teenager, die haben Hormonschwankungen, das kenne ich von mir selbst. Und es gibt Tage, an denen das gar nicht funktioniert. 

Was mir lange schwergefallen ist: zu wissen, wo Erziehung aufhört und soziales Zusammenleben anfängt. Diese Grenze zu sehen – das ist unglaublich schwierig. Ich habe mich anfangs oft unsichtbar gemacht, im Hintergrund gehalten und war dann frustriert, weil ich meine Grenzen nicht klar gesagt habe. 

Es gab einen Moment, der mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, die eigene Grenze klar zu halten. Bei einer Auseinandersetzung zwischen einem der Kinder und meinem Partner wurde im Eifer des Gefechts ein Ausdruck benutzt, der sich auch gegen mich richtete – ein verbaler Angriff, bei dem ich plötzlich mit im Paket war. Im Moment selbst habe ich nichts gesagt, weil ich weiß: In aufgewühlten Momenten kommen Worte sowieso nicht an. Aber ich habe mir später einen ruhigen Zweiermoment gesucht und gesagt: Es tut mir leid, wenn ich den Eindruck vermittelt habe, dass man so über mich reden kann – denn der Eindruck ist falsch. Ich verstehe, dass du frustriert warst, und ich wünsche dir, einen anderen Weg damit zu finden. Damit war es erledigt. Und es ist nicht mehr vorgekommen. 

Was ich dabei gelernt habe – von meinem Partner: In emotionalen Momenten kommen Informationen sowieso nicht mehr an. Also den Moment abpassen. Kurz und klar formulieren. Und meine Grenzen halten. Die sind heute so und morgen so. Wenn sie sich verändern, bestimme ich darüber. 

KATHARINA

Wie geht es dir heute mit deinem eigenen Kinderwunsch – auch vor dem Hintergrund, jetzt täglich mit Kindern zusammenzuleben? 

JEMMA

Der Kinderwunsch ist kein aktives Thema mehr für mich. Er begleitet mich nicht mehr im Alltag. Aber er hat in den letzten anderthalb Jahren ganz viele unterschiedliche Phasen durchlaufen – nicht das Ja oder Nein zu Kindern, sondern subtilere Fragen. Darf ich mich überhaupt dazu äußern, wenn ich keine eigenen Kinder habe? Wird meine Perspektive gehört? 

Ich saß einmal an einem Tisch, an dem Frauen darüber sprachen, wie Frauen ohne Kinder ja immer die besten Ratschläge für Mütter hätten. Ich habe eine Weile gebraucht, um diesen Satz zu verdauen – und mich dann gefragt: Was würde es bringen, in diese Diskussion zu gehen? Um mein Selbstbild zurechtzurücken? Oder um wirklich zu verstehen, was diese Frauen bewegt? Ich habe es für mich mitgenommen und bin gegangen. 

Es gab auch Phasen, in denen ich wirklich am Rand war und mich gefragt habe: Warum bekommen Menschen Kinder? Das war Überforderung mit meinen eigenen Themen – die Kinder haben diese Dinge nur sichtbar gemacht. 

KATHARINA

Und heute? 

JEMMA

Heute kommen diese Gedanken noch vorbei – die Rechnerei, wann ein Kind jetzt geboren würde, wenn... Das sind vorbeiziehende Gedanken, die sich nicht mehr festbeißen. Keine Gedanken, die mein Handeln steuern oder meine Zeit füllen. Sie zeigen mir, wie tief das Thema geht. Aber sie bestimmen mich nicht mehr. 

Und dafür bin ich unglaublich dankbar. Zur aktiven Kinderwunschzeit hätte ich mir ein Leben ohne diesen Schmerz, ohne diese Sehnsucht nicht vorstellen können. Das war so integral, dass es unmöglich schien, dass es sich jemals verändern würde. Jetzt zu sehen, welche Freiheit daraus entstehen kann – das ist ein Geschenk. 

KATHARINA

Hast du einen Tipp für Menschen, die in eine ähnliche Situation kommen – also einen Partner oder eine Partnerin mit Kindern kennenlernen? 

JEMMA

Ich gebe das weiter, was ich selbst erfahren habe. 

Erstens: Klärt die Erwartungen. Was erwartet der Partner von dir – und was erwartest du von dir selbst? Welche Rolle kannst und möchtest du übernehmen? Das sollte früh besprochen werden, weil es enorm viel Reibung spart. 

Zweitens: Schau wirklich hin, was in dir passiert. Ich zum Beispiel habe gelernt, dass Wut für mich lange die primäre Emotion war - weil ich wusste, wie ich mich darin bewege. Was darunter lag, war Trauer und Angst. Also wirklich fragen: Was fühle ich eigentlich? Nicht die Geschichte, die ich mir erzähle, um mein Selbstbild aufrechtzuerhalten – sondern die Wahrheit. 

Drittens: Schaffe dir Freiräume. Momente, in denen du nur du bist, außerhalb der Dynamik. Das sollten wir in jeder Beziehung tun - aber hier ist es noch wichtiger. Weil nur eine Version von dir in der Beziehung stehen kann, die sich um sich selbst gekümmert hat. 

Und dann: Geh ins Gespräch. Über deine eigenen Schatten springen. Für das, was dir wichtig ist. Es ist nicht immer leicht, es kostet Überwindung – aber es lohnt sich. 

KATHARINA

Und zuletzt: Was machst du beruflich? Wo können Menschen mit dir in Kontakt kommen? 

JEMMA

Ich lebe in Gent und arbeite als Energy- und Bodyworkerin. Ich begleite Menschen, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen – die merken, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Die vielleicht viel analysiert und verstanden haben, aber trotzdem feststecken. Die ihre Muster nicht durchbrechen können. 

Ich arbeite traumainformiert und körperorientiert. Es geht darum, wirklich in den Körper und in das Gefühl zu kommen – Sicherheit zu spüren, dem eigenen Innenleben begegnen zu können. Es ist keine Gesprächsstunde, sondern zwei Stunden Bodywork. Mit den Faszien, mit Akupressurpunkten, mit dem, was der Körper zeigt. Wirklich in die Erfahrung gehen: Wo blockiere ich? Was hilft mir, mich meiner eigenen Innenwelt zu öffnen? 

Alle Informationen findet ihr unter manushya.life

Jemma, ich danke dir von ganzem Herzen. Nicht nur für dieses Gespräch – das offen, ehrlich und tief war –, sondern auch dafür, dass du deine Geschichte wieder teilst. Das ist kein Thema, über das viele so sprechen. Und genau deshalb ist es so wichtig. 

Ich bin mir sicher, dass dieser Text vielen Menschen da draußen etwas gibt. Und ich muss wirklich bald mal nach Gent kommen. 

JEMMA

Du bist jederzeit willkommen. ♥

Den Podcast findest du unter folgendem Link: https://open.spotify.com/episode/7EC5qOF4jIDQvxToeQi2DZ?si=f4de533018964f72

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